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Bahnhofszentrum Hamburg-Altona 2000
Der Ort:
Im vorhandenen, durch die Zeitgeschichte mit starken Kontrasten gezeichneten städtischen Gefüge kommt dem Neubau des Bahnhofszentrums eine wichtige Aufgabe zu: Der Neubau muss als integrierendes Element die ungelösten Spannungen des Quartiers aufnehmen und auflösen, und gleichzeitig einen neuen Masstab für die weitere Entwicklung setzten.
Dieses Ziel wird erreicht, indem der neue Bau nicht versucht eine neue Ordnung auszurufen, sondern sich der vorhandenen Elemente annimmt. Das zerrissene Gewebe wird sorgfältig verwoben. Positive Elemente werden verstärkt. Der neue Komplex bietet mit seiner permeablen Struktur eine Projektionsfläche für die Vielfalt der Umgebung wie auch des eigenen Innenlebens.
Städtebau - MAKRO:
Der in Nord-Süd-Richtung bis an den Paul-Nevermann-Platz reichende klar gezeichnete Grünraum des Platzes der Republik wird als hängender Garten im Gebäude weitergeführt. Diese Weiterführung des Grünraumes soll die Option für eine zukünftige Entwicklungen nördlich des Bahnhofes in Form von urbanen Frei-Räumen und begleitender Bebauung andeuten. Die Zentrale Nord-Süd-Achse wird weitergeführt
Die 10 Meter in der Tiefe angelegte Fassade am Paul-Nevermann-Platz erzeugt einen Eindruck von Transparenz und Tiefe. Diese Tiefe verweist heute auf die räumliche Situation des Kopfbahnhofes. In gleicher weise funktioniert die Fassade jedoch auch als durchlässige Zone vor einem später errichteten Stadtquartier über den heutigen Geleisen.
Wie ein liegendes Hochhaus ragt die Struktur der Südfassade in die Max-Brauer-Allee, und bindet so den solitären Turm der Deutschen Bank in das Gefüge ein.
Durch eine klare Gliederung der Fassade am Paul-Nevermann-Platz in 4 Zonen schreibt sich das Gebäude in den Stadtgrundriss ein, und erzeugt eine angemessene Masstäblichkeit. Die Differenzierung erfolgt durch das vertikale Grün und die unterschiedliche Tiefe der Fassade.
In der Krümmung der Ostfassade des Neubaues wird die westliche Raumkante der Max-Brauer-Allee aufgenommen, der gekrümmte Verlauf der Strasse wird dynamisch dargestellt.
Das Wegsystem:
Der Gebäudekomplex des neuen Bahnhofszentrums Altona übernimmt die Rolle einer funktionalen Schnittstelle. Der unter und über der Erde ins Stadtgefüge verwebte Komplex mutiert zum zentralen von allen Seiten frequentierten Treffpunkt. Die öffentlichen Stadträume werden verknüpft und erweitert.
Die Hauptachse: Altona - Ottensen durchfliesst in einer diagonalen Bewegung den Gebäudekomplex in 2 Ebenen. Die grosszügige, gerichtete Wegführung mit gezielten Tageslichtöffnungen ermöglicht eine gute Orientierbarkeit auch im Basement. Die niveaugleiche Anbindung an die Unterführung der Max-Brauer-Allee macht diese Wegverbindung attraktiv.
Das Funktionskonzept:
Der Wettbewerbsentwurf übernimmt im wesentlichen das vorgegebene Funktionskonzept von nps & Partner. Die vorgesehenen Nutzflächen werden somit eingehalten. Die Anordnung der Shops im EG und Basement werden entsprechend dem Bewegungsfluss neu geordnet.
Die Zwischenzone - Achsen A-A:
Die 10 Meter tiefe Erweiterungsfläche nach Süden wird vor den eigentlichen Kern des Gebäudekomplexes gesetzt und als eigenständiges Element entwickelt.
Es ist ein flexibles Konzept, dass einen räumlich und nutzungsmässig linearen fliessenden Übergang vom Innenraum zum Aussenraum darstellt.
Die Zwischenzone hat eine Kommunikationsfunktion nach Aussen und ist gleichzeitig eine Kommunikationsfläche.
Durch die Überlagerung von STRUKTUR mit
STADTRAUM - NUTZUNG - KONSTRUKTION - BEWEGUNG - GRÜN - BILDER - INFORMATION entsteht ein mehrschichtiger Raum.
Durch die TRANSPARENZ zwischen den verschiedenen Ebenen wird diese Überlagerung nach Aussen sichtbar, das Gebäude wird lesbar.
Die Fassaden:
Die Südfassade zum Paul-Nevermann-Platz baut sich über eine Tiefe von 10 Metern auf. Die Äusserste Schichte bildet eine Konstruktion aus Stahl mit verglasten Lamellenelementen. Diese Lamellen dienen vor den Nutzflächen als Sonnenschutz, vor dem vertikalen Grün als Wind und Wetterschutz.
Der hängende Garten ist als automatisch be- und entwässertes System angelegt. Die Pflanzen sind wilder Wein, Efeu, Blauregen und Elefantenblatt.
Die eigentliche Klimahülle des Gebäudes besteht aus einem Stahl-/Alu-/Glassystem. Vor Brüstungsmauern und geschlossenen Wandflächen wird ein hinterlüftetes System mit Alu Kassetten geplant. Im Bereich der Parkdecks sind die Kassetten mit Streck-Alu ausgeführt.
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