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Eissporthalle Donaustadt Wien, 19901994
1989 beschloss die Gemeinde Wien den Neubau eines Eissportszentrums In Kagran. Die Anlage sollte zur Ausrichtung der Eishockey WM 1995 fertiggestellt sein.
In einem offenen Wettbewerb wurde der Entwurf des Teams "Alfred Berger, Werner Krismer und Sepp Müller" aus 72 Projekten mit dem 1. Preis ausgezeichnet.
Am Dr. Adolf-Scharf Platz gelegen befindet sich die neue Donaustädter Eishalle direkt an der Endhaltestelle der Linie U1. Neben einem dichten Netz von lokalen, öffentlichen Verkehrsmitteln verfügt dieser Platz auch über 500 Park & Ride Plätze, die bei Veranstaltungen abends oder am Wochenende genützt werden können.
Der Lage entsprechend bildet die Eishalle am nördlichen Rand den Abschluß des großen Platzes, der im Osten über 300 Meter lang vom hochgelegenen U-Bahn Bauwerk begleitet wird.
Die Architektur der gesamten Anlage ist bestimmt von Großzügigkeit, Klarheit und Transparenz. In der vierseitig von Glaswänden umschlossenen Veranstaltungshalle wird dies besonders deutlich. Schon von der Aufgangsrampe dringt der Blick quer durch den gesamten Raum. Die freistehenden, zylinderförmigen Kassen bilden am Weg in die Halle keine starre Grenze, sondern wirken wie ein Filter, durch den man die Halle betritt. Der Außenraum fließt bis ins Innere der Halle. Innen und Außen vermischen sich. Der Zuschauer macht die Erfahrung, daß er von fast jedem Punkt der Pausenfläche das Spielfeld gut einsieht und gleichzeitig auch nach draußen blicken kann. Gleichzeitig wird das Geschehen während einer Veranstaltung nach außen dargestellt. Das Spektakel wird zu einem erfahrbaren Bestandteil urbanen Lebens.
Auch das leere Gebäude weist einen sehr differenzierten Maßstab. Die hohen Glasfassaden sind nur im untersten Bereich transparent, darüber ist das Glas transluzent - der Raum wird von sanftem, diffusem Licht durchflutet.
Die Hochtribüne aus Stahlbetonfertigteilen überdeckt das Eingangsfoyer wie ein Baldachin. Die dynamisch geformten Träger der Tribüne senken sich in einer großen Bewegung von der obersten Tribünenstufe bis zur Höhe einer ausgestreckten Hand, um wieder den Maßstab herzustellen.
Das zur Spielfeldmitte geneigte Dach erreicht seinen Tiefpunktüber der Spielfeldachse, und betont in dieser von Offenheit und Transparenz geprägten Anlage das Zentrum - das Eisfeld. Die auf den ersten Blick spektakuläre Stahlkonstruktion ordnet sich dieser Raumidee unter.
Die zweite Eishalle dient dem Training. Konzentration und Reduktion prägen den Baukörper in Form einer halben Ellipse. Die konkave Tonne bildet einen Kontrast zur konvexen Dachform der Haupthalle. Trotz der geschloßenen Form öffnet sich auch diese Halle dem Passanten über eine stirnseitige Glaswand.
Technische Daten:
Bauherr
Gemeinde Wien MA 51 - Sportamt
Projekt Team
Alfred Berger, Jerko Dika, Wolfgang Glatzner, Werner Krismer, Ivan Maric, Sepp Müller, Martin Pecha, Folke Riedler, Andreas Wittschke
Konsulenten
Statik: Dipl.Ing. Manfred Gmeiner, Zemmler + Raunicher
Haustechnik: Ove Arup & Partners
Physik: Walter Prause
Gesamtherstellungskosten: 20.5 Mio Euro
Nutzfläche: 13.132 qm
Bauzeit: 20 Monate
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