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Justizzentrum Leoben/Steiermark, 2000
Der Ort:
Die vorgeschobene Lage macht das Justizzentrum zum "ersten" öffentlichen Bau Leobens an der östlichen Stadteinfahrt.
Dieser prägenden Wirkung auf das Stadtbild entsprechend entwickelt sich das Gerichtsgebäude als offenes, bürgernahes Gebäude an der unteren Hangkante. Die Justizanstalt schmiegt sich unter Ausnutzung des natürlichen Gefälles flach in den Hang, und tritt von der Strasse aus kaum in Erscheinung.
Die Struktur der vorhandenen Wohnbebauung, die sich im Gefälle des Hanges einschreibt, wird im Justizzentrum weitergeführt.
Die Mauer:
Die "Gefängnismauer" ist ein prägendes Element jeder Haftanstalt. Im vorliegenden Entwurf wird die "Mauer" zum Thema erhoben.
In Hangrichtung verlaufende Mauerscheiben gliedern das Grundstück. Der Verlauf dieser Scheiben folgt der Struktur des Hanges und des Ortes.
Die Wandscheiben legen die Struktur des Projektes fest, zonieren den Hang, definieren Bereiche. Der weitere Aufbau der Innen- und Aussenräume folgt dieser Struktur.
Die Wandscheiben sind abwechselnd Umfassungsmauern, Stützmauern oder Trennmauern. Die Funktion wechselt im Verlauf einer Mauer.
Die Lage der Baukörper zu den vertikalen Scheiben:
Die Art der Organisation der Bauteile - entweder VOR oder ZWISCHEN den vertikalen Wandscheiben - differenziert den baulichen Charakter zwischen OFFEN und GESCHLOSSEN.
Der zur Gesellschaft offene, kommunikationsorientierte Gerichtsbereich entwickelt sich frei AN und UM die vertikalen Wandscheiben. Die Scheiben dienen der Organisation der Baukörper als Stützelement. Sie sind ein Rückgrat, das die frei organisierten Volumen im Hang verankert. Es dominiert der offene Charakter.
Im Bereich der von hohen Sicherheitsanforderungen geprägten Justizanstalt werden die Raum- und Funktionsbereiche ZWISCHEN Paaren von Wandscheiben organisiert. Die Stahlbetonscheiben übernehmen somit neben der stützenden Aufgabe die Funktion des Abschliessens und des Begrenzens.
Der Hang - die Erschliessung:
In der ausgeprägten Hanglage ist der Hauptzugang direkt an der oberen Mündung der Stichstrasse, in bester Nähe zur Stadt, angelegt.
Alle Verhandlungssäle, der Auktionsbereich sowie Nebenräume sind hier auf zwei Ebenen organisiert. Der Hanglage entsprechend taucht das Eingangsgeschoss in den Hang ein. Es entsteht ein Sockel aus einem vom natürlichen Terrain überzogenen Baukörper. Alle Arbeitsräume und ein Grossteil der Verhandlungssäle verfügt dennoch über natürliches Licht und natürliche Belüftung.
Die losgelöst über dem Hang gebildeten Büroeinheiten sind nach Funktionsbereichen gruppiert. Der Weg in die Bürogeschosse ist berechtigten Personen vorbehalten.
Der Eingang in die Justizanstalt liegt ca. 10m höher. Dieser Eingang kann über die Nennersdorfer Strasse ebenso wie über das eigene Grundstück erreicht werden.
Dem Hang folgend entwickelt sich die Justizanstalt als gestaffelter Baukörper. Die Hof- und Sportflächen sind zwischen Baukörper und Umfassungsmauer angelegt, während der Innenhof Platz für Fahrzeuge und Manipulationen bietet.
Die Nord-Süd Erstreckung des Baues gewährleistet die Besonnung aller Räume.
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