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MUMUT Haus für Musik und Musiktheater in Graz


Das Konzept:
Hart + weich
An der Lichtenfelsgasse entwickelt sich ein ruhiger, massiver Block mit einem der Aufgabe entsprechenden minimalen Anteil von Öffnungen. Dieser bietet allen permanent genutzten Räumen des MUMUT Raum. Der Block, wie die darin enthaltenen Räume ist introvertiert. Die innere Verbindung geschieht über einen vertikalen Einschnitt, der den Bauteil der Länge nach in Vorbereitung und Aufführung teilt.
Zwischen dem harten Volumen der "box" und der "dodekaphonischen" Fassade entwickelt sich ein reiches Spektrum an differenzierten Lichtstimmungen. Die Wand schwebt in der Höhe der Baumkronen. Im Erdgeschoss wachsen das Gebäude und der Park zusammen. Darüber dringen Licht und Blick nur örtlich durch die Wand. Die Orte der Transparenz gehorchen einer anderen Ordnung, der Musik.

Das Foyer:
Die Foyerflächen dienen der TRANSITION, sie bilden räumlich einen Filter aus, der dem Block vorgelagert ist. Diese "weiche" Zone filtert quer die Spannung zwischen dem massiven Gebäude und den Bäumen. In der Längsrichtung nimmt das Foyer die Bewegungen des Publikums vor und nach dem Konzert auf, und wirkt so als Filter zwischen der Aussenwelt und der Welt der Musik. Das Foyer beginnt im Hof zwischen dem Palais Meran und der Remise. Die vom Außenraum über das eigentliche Foyer akkumulierte räumliche Energie mündet im Saal.
Der dynamische Charakter des Raumes verweist auf die Flüchtigkeit des Klanges, die Ordnung und Gesetzmäßigkeit des Aufbaues auf der Musik verwandte Strukturen. Der flüchtig wie ein Klang, sich im Wandel von Licht und Bewegung ständig verändernde Raum fordert den Besucher auf, sein Geheimnis zu entdecken.

Die dodekaphonische Fassade:
Die schmalen Glasschlitze in der vorgestellten, 12-fach geknickten Holztafelwand folgen in Ihrer Aufteilung einer 12-Ton Reihe mit ihren drei Abwandlungen. Die 12-fach geteilte Höhe der Wand entspricht dem auf eine Oktav beschränkten Tonraum.
Das Prinzip der Zwölftonkomposition ist der letzte grosse, international wirksame Beitrag Österreichs zur Entwicklung der ernsten Musik. Die Verwendung dieses Prinzipes zur Gestaltung der Foyerfassade stellt eine Hommage an die geistige Disziplin der 12-Ton Komposition dar, und soll dazu dienen, das schwere Schicksal, das den Schöpfern dieser Musik in Österreich zuteil wurde, nicht zu vergessen.

Der Konzertsaal:
Der Wunsch nach einem "neutralen", verschieden nutzbaren Konzertsaal drückt sich in einem einfachen, wohlproportionierten kubischen Raum aus. Die raumprägende Qualität der "dodekaphonischen" Fassade soll neben dem Foyer auch den räumlichen Charakter des großen Saales prägen. Der Saal erhält von zwei Seiten Tageslicht. Die Eigenschaften der gefalteten Wand begünstigen zudem auch die Beherrschung der akustischen Probleme des Saales.
Für größtmögliche Flexibilität sind die Fluchttreppen in einer Stirnwand angeordnet, und haben auf jeder Podestebene Türen. Dies erlaubt die Errichtung von Tribünen, mit direktem Anschluß zum Fluchtweg, sowie die Erschließung temporärer Galerien und anderer erhöhter Einbauten.

Erschließung:
Der Eingang des Publikumsbereiches orientiert sich südlich zur Leonhardgasse sowie östlich zur Lichtenfelsgasse. Das neue Haus sorgt somit für eine weitere Belebung des Platzes zwischen dem Palais Meran und der Remise. Das verglaste Erdgeschoß stellt einen starken Bezug zum geschützten Garten des Palais Meran her.
Die Erschließung bestimmt maßgeblich das Layout des Gebäudes. Der Betriebseingang befindet sich an der Lichtenfelsgasse, im nördlichen Bereich des Grundstückes. Dort verbinden sich gute Zufahrt und günstige Lage zu allen inneren Funktionen. Die Zäsur des quer durch das Haus gesteckten Erschließungskernes, sichert die akustische Trennung des Aufführungbereiches vom Werkstätten- und Garderobenbereich ab. Die beiden grossen Proberäume können vom Eingangsfoyer aus erreicht werden, um eine Wechselnutzung zu ermöglichen.
Dem gegenüber orientiert sich der Eingang des Publikumsbereiches südwärts zur Leonhardgasse und zur Lichtenfelsgasse. Das neue Haus sorgt somit für eine weitere Belebung des Platzes zwischen dem Palais Meran und der Remise. Das verglaste Erdgeschoß stellt einen starken Bezug zum geschützten Garten des Palais Meran her.

Konstruktion:
Der massive Teil des Hauses besteht aus einer Stahlbetonkonstruktion. Die Außenwände nach Nord, Ost und Süd sind aus Gründen des Schall- und Wärmeschutzes zweischalig ausgeführt. Die Westfassade zum Garten ist als mit Holz ausgefachte Stahlkonstruktion geplant. Der hohe Wärmeschutzfaktor dieser Konstruktion und die kontrollierten Glasöffnungen sichern ein ausgeglichenes Raumklima im Foyerbereich. In den Räumen für Musik sorgen schwimmende Fußbodenkonstruktion, Wand- und Deckenbekleidungen für optimale akustische Eigenschaften (Nachhallzeit). Der vollkommenen akustischen Entkoppelung der Räumen kommt hier besondere Bedeutung zu. Die Zäsur des quer durch das Haus gesteckten Erschließungskernes, sichert hier akustische Trennung des Aufführungs- und Probenbereiches vom Werkstättenbereich ab.


Technische Daten

Bauherr
Das Land Steiermark
Landesbaudirektion

Projekt Team
Alfred Berger, Tiina Parkkinen, Peter Thalbauer, Ivan Zdenkovic, Kilian Mattitsch

Konsulenten
Satik: Gmeiner-Haferl Tragwerksplanung, Wien
Haustechnik: PME Technisches Büro für Klimatechnik Ollern
Akustik: Büro Prof. Stehno Wien
Lichtberatung: George Sexton Associates, Washington DC

Musikalische Beratung
Christoph Cech
Josef Reiter



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