Berger+Parkkinen
..News
..Portfolio
..Ausstellungen
..Publikationen
..Bürostruktur
..Kontakt




Musiktheater in Linz, Österreich, 1997-1998


Verstecken und Zeigen:
am Rücken des Schloßberges gelegen, eng an das steile Nordufer der Donau gedrängt, strebt das neue Musiktheater nach einer erkennbaren Verankerung im Stadtgrundriß. Der Lichtturm des Theaters baut daher ein visuelles Dreieck mit dem Turm des Ars Elektronika Gebäudes und den Tortürmen des Stadtplatzes auf. Dieser weitgespannte städtebauliche Bezug erfüllt sich in der großen öffentlichen Terrasse, der " Theaterplaza", die fussläufig vom Schloß, der Altstadt, der projektierten Tiefgarage sowie vom Donauufer aus erreichbare Terrasse gibt diesem Ort eine Qualität der Kommunikation und des Verweilens.

Das Donauufer:
das Ziel des Projektes ist es, anstelle des jetzt vorhandenen Niemandslandes am Fuß des Schloßberges einen besonderen Ort zu schaffen. Einen Ort des Theaters, einen Ort für Darstellung, Begegnung und Kontemplation.

Der Ort - der Berg:
das Theater ist im Berg verborgen. Die nach außen dringenden Bauteile zeigen das große, im Berg verborgene Volumen nach außen an. Der Einschnitt im Berg und die herausragenden Baukörper formen einen Platz unterhalb des Schloßes. Dieser bildet einen geräumigen Eingangsbereich aus, und wirkt gleichzeitig als Signal zur Nibelungenbrücke und zur Eferdinger Bundesstraße.

Licht Im-Puls:
die beiden Mäuler des Theaters leuchten bei Veranstaltungen weithin sichtbar, und senden die Botschaft "Heute Theater". Dieser Effekt wird durch eine Lichtinstallation in der Fassade des schlanken Baukörpers unterstützt, der den Puls des Theaters in Licht und Farbe nach außen darstellt.

Das Publikum:
das Musiktheater ist ausschliesslich von Norden erschloßen. Die Eingänge des Publikums liegen erhöht auf der großen "Theaterplaza". Die Taxi und Busse fahren an der großen Freitreppe vor. Der Weg von der Tiefgarage führt über grosszügige Rolltreppen zugleich mit den Fußwegen aus der Altstadt ebenfalls direkt auf die "Theaterterrasse" vor dem Eingang.

Der Weg - die Katharsis
Der Weg in das Theater wird markiert durch das Hineintreten in den Berg. Der sich kontinuierlich verjüngende Raum erreicht seine größte Dichte bei den Zugängen zum Saal. Von da an expandiert der Raum nach Nordwesten, wo er terrassenartig, gläsern, über der Strasse kragend, sich in der Aussicht über das Donautal optisch fortsetzt..

Der Saal
Der Theatersaal ist speziell für Musiktheater geformt. Das flache Parkett bietet ca. 700 Gästen Platz. Zwei Ränge nehmen weitere 300 Gäste auf. Form und Proportion des Saales bilden optimale Voraussetzungen für Stimme und Orchester ohne elektrische Verstärkung. Einfache Maßnahmen führen den Saal zu einer gedämpfteren Akustik für Musicals. Die zwei Ränge erlauben eine intime Atmosphäre im Publikum auch bei teilweiser Besetzung des Saales.

Die Menschen des Theaters
Deutlich getrennt vom Publikumseingang befindet sich der Bühneneingang eine Ebene tiefer auf Straßenniveau. Auf kurzem Wege werden sämtliche Garderoben, die Verwaltung, Proberäume, Bühne und Werkstätten erschloßen. Als besondere Entschädigung für das Arbeiten im Berg kann von den Personalräumen und Garderoben aus in den Pausen das Donautal überblickt werden.

Das Material:
Die Anlieferung erfolgt an der nordöstlichen Ecke der unterirdischen Theateranlage. Der Weg führt entlang an diversen Montage und Werkstatteinrichtungen zur östlichen Seitenbühne, wo auch die Lagerflächen angebunden sind.


Technische Aspekte:

Die Lüftung:
Zu- und Abluft werden durch den Hohlraum in den zweischaligen Stützmauern zu den Lüftungszentralen geführt. So kann ohne zusätzliche Luftkanäle die Erdwärme zum Vortemperieren der Außenluft genutzt werden.

Konstruktion:
Die Position der unterirdischen Baukörper ist so gewählt, daß keine alten Bauteile des Schloßes abzubrechen sind. Das vordere Foyer und der Bühnenturm werden offen ausgeschachtet, und nach Fertigstellung wird das natürliche Terrain wieder hergestellt. Die Nebenbühnen und der Werkstattrakt werden in der neuen österreichischen Tunnelbauweise hergestellt.

Technische Daten:

Bauherr
Land Oberösterreich Amt der o.ö. Landesregierung Landesbaudirektion

Projekt Team
Alfred Berger, Tiina Parkkinen, Peter Thalbauer, Ivan Zdenkovic, Kilian Mattitsch

Modell
Lukas Bramhas

Konsulenten
Statik: Ove Arup GmbH Berlin, Dipl.-Ing. Manfred Gmeiner Wien
Akustik: Arup Acoustics London
Haustechnik: Ove Arup GmbH Berlin
Verkehrsplanung: Arup Transportation London, Dipl-Ing. Sepp Snizek Wien
Kostenberatung: Drees & Sommer München


Zurück zu Portfolio