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Science Center, Wolfsburg, 2000

„Der Kopf ist rund, damit die Gedanken ihre Richtung ändern können."
(Louis Aragon)


Die besondere Lage innerhalb der Reihe der Kulturbauten Wolfsburgs teilt dem Science Center die Funktion als Link zwischen der Stadt und der Autostadt mit dem Schloß zu.

Der Ort ist geprägt von Bewegungsvektoren der Stadt, der Bahn und der neuen Verbindungsbrücke. Im Focus dieser Bewegung erhebt sich das Science Center. Der niedrige Teil des SC ist als Fortschreibung der Stadtstruktur entwickelt. Klar geschnittene Volumen bilden einen zentralen Platz aus. Keilförmige Schnitträume führen vom öffentlichen Raum zum „Marktplatz des Wissens".

Über dem „Marktplatz" entwickelt sich das eigentliche Ausstellungsgebäude in Form von 4 frei schwebenden Plattformen. Der bandförmige Verlauf der Fassade wird geprägt vom Zusammenspiel aller Ebenen. Der freie Fluß des Raumes erweckt den Eindruck der Grenzenlosigkeit, ein Verweis auf das unbegrenzte Feld für Wissenschaft und Forschung.

Der Raum öffnet sich sukzessiv beim Durchschreiten. Die Transparenz wird dreidimensional erlebt. Die Krümmung transformiert das Element der Begrenzung zum Element der Bewegung. Anordnung und Verlauf der Ebenen und die aus den Überlagerungen folgenden wechselnden Geschoßhöhen erzeugen ein Pulsieren des Raumes. Dieser Puls wird zum Motor der Bewegung und der Neugierde der Besucher. Der Besucher hat an jedem Standort mehrere Möglichkeit, seinen Weg zu weiteren Phänomenen zu bestimmen.

An keiner Stelle kann das Gebäude vollständig überblickt werden. Stets verbirgt ein neuer Horizont weiteres „Neuland" - die Elemente der Transparenz des Raumes weisen jedoch gleichzeitig auf das „hinter dem Horizont" befindliche hin.

Die im Zentrum des Raumes angeordnete Haupterschließung erlaubt dennoch eine einfache Orientierung, ebenso zum gezielten Erreichen eines Exponates, sowie zum zügigen Verlassen des Gebäudes.

Die einfachen, klaren Linien der Architektur verbunden mit dem großen Maßstab der Elemente lassen der Gestaltung der Ausstellungen große Freiheit. Die großzügig bemessenen Deckenräume erleichtern es den immer wechselnden Anforderungen der neuesten Medien nachzukommen.
Sechs massive Schächte, paarweise angeordnet, bilden die vertikale Struktur des Gebäudes aus. Diese Schächte dienen als konstruktives Gerüst und auch der Versorgung der Ausstellungsebenen. In der Verteilerebene im Dach sind Lüftungsgeräte und die Kälteanlage untergebracht.

Materialien:
Der Massivbau ist als Stahlbetonskelett auf einem eingeschossigen Tiefgaragenbauwerk aufgeführt. Vor der umlaufenden Außenwand ist eine massive Klinkermauer vorgelagert. Die Dachflächen sind bepflanzt, und als Ausstellungspark erschlossen.

Die Konstruktion der vier oberen Ausstellungsebenen ist als Stahlfachwerk mit 20cm Stahlbetondecke in der Obergurtebene konzipiert.
Die Fassaden sind von der Verteilerebene im Dach abgehängt, und an den Geschoßdecken verankert.
Die äußere Fassadenhülle bilden Edelstahlbleche, die nach einem speziellen elektrochemischen Verfahren getönt sind.



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