Berger+Parkkinen
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Zentralbibliothek und Geschäftshaus in Turku Finnland, 1998


Städtebau Makro
Der gesamte Baublock, auf dem das Wettbewerbsgrundstück liegt, ist ein Abbild der sich im Lauf der Zeit extrem wandelnden Bauformen. Selbst Alvar Aaltos Turun Sanomat ist machtlos gegen die heterogene Sammlung von Traufenhöhen, Geschoßzahlen und Abständen zur Strassenkante.
Das vorliegende Projekt versucht in dieser Situation mit der Methode der Akupunktur alle im Block vorhandene Qualitäten zu unterstützen, und integrierend das bestehende Gewebe zu ende zu knüpfen.

Dazu werden drei Strategien benutzt:
1. eine behutsame Fortführung des Profiles vom Turun-Sanomat-Gebäude festigt den Charakter der Kauppiaskatu und stellt die Blockidee an der Straßenecke hervor.
2. die Freistellung des Bibliothekskörpers relativiert gleichzeitig die Blockidee und schafft die Verbindung zu den nicht dem Blockrand folgenden Bauten.
3. der diagonale Freiraum zwischen den zwei Baukörpern stellt eine starke Verbindung zur alten Bibliothek her, und führt die Bewegung bis zum Kauppatori fort.

Die Bibliothek und das Geschäftshaus
(The beauty and the beast)

Um zwei fremde Dinge zu verbinden, ist die Feststellung von gemeinsamen Interessen sehr hilfreich. Für Bibliothek und Geschäftshaus liegt die Gemeinsamkeit im Wunsch, viel Publikum und Öffentlichkeit zu erreichen.
Indem die Hauptzugänge beider Gebäude im Bereich der Plaza zueinander gewendet sind, werden Synergien begünstigt. Es ist nicht ein Gebäude das Anhängsel des Anderen, sondern das Geschäftshaus schafft den Rahmen für die sich völlig frei entwickelnde Bibliothek, und ist gleichzeitig von dieser Freiheit mitgeprägt.
Die Öffnung der Bibliothek zu beiden Straßen erhöht wesentlich die Signifikanz des Ortes. Selbständigkeit und Miteinander werden klar dargestellt.
Die beiden Baukörper ergänzen sich zu einem Ganzen. Dadurch erhält der Bereich zwischen den Gebäuden die Qualität eines Raumes, der Menschen zum verweilen einlädt. Die Nutzer beider Gebäude vermischen sich - oder benutzen im weiteren gleich beide Einrichtungen.

Die Bibliothek
Die Bibliothek gliedert sich über 4 ebene Hauptgeschoße, die vom Zentrum aus über ein helles Innenatrium erschlossen werden. Die einfache Grundstruktur soll einer anhaltenden Flexibilität der Nutzung dienen, und die Orientierung vereinfachen.
Der Besucher findet vom Eingang weg einfach und übersichtlich den Weg zur gewünschten Information. Sowohl der Info-square als auch die Beratertische in den einzelnen Abteilungen befinden sich stets im Bereich des Atriums.
Die zentrale Halle ermöglicht, in einem Blick alle Wissensbereiche zu erfassen. Dies stellt dem Besucher die Größe und das Angebot der Bibliothek dar und fördert Neugierde und Kommunikation. Das Kaffeehaus im Erdgeschoß befindet sich genau in dieser Zentrumszone, die Auseinandersetzung, Orientierung und Kennenlernen bedeutet.
Der Weg zum Leseplatz führt vom Zentrum durch die Regale zum Rand. Die Randzonen sind ruhige Lese- und Arbeitszonen, die durch transparente Fassaden nach außen verbunden sind. Auf diese Weise wird die Bibliothek zum Schaufenster des Zuganges zu Wissen und Unterhaltung.

Technische Daten

Bauherr
Turun Kaupunki
Kiinteistö-ja rakennustoimi

Projekt Team
Alfred Berger, Tiina Parkkinen, Peter Thalbauer, Ivan Zdenkovic

Konsulenten
Statik: Dipl.-Ing. Manfred Gmeiner Wien
Fassadenbau: DEWI Wien



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